Garzau, Ende September 2020


Liebe Kundinnen und Kunden,


die Bienensaison geht in schnellen Schritten dem Ende entgegen, die Bienenvölker sind größtenteils aufgefüttert und gegen die Varroamilben behandelt und bis auf den Heidehonig ist aller Honig des Jahres geschleudert. Zeit Bilanz zu ziehen.
Das Jahr hat gut begonnen, wir haben viele Bienenvölker zur Rapsernte auf Standorte mit guten Böden verbracht die das Wasser länger halten können als unsere Sandböden hier und auf denen sich die Rapspflanzen auch aufgrund einer optimalen Nährstoffversorgung gut entwickeln.
Das haben uns die Bienen mit einer sehr guten Ernte gedankt, die wir aufgrund der Investition in einen großen Kühlcontainer nun auch optimal temperiert lagern können. Zu unserer Freude beginnen nun die Arbeiten an der neuen Solaranlage, sodass wir den leider recht hohen Energieverbrauch der Kühlung bald nachhaltig regenerativ decken können.
Nach diesem guten Start kam dann aber leider die erste Enttäuschung: die Robinie (Scheinakazie) brachte auf einigen Standorten trotz guten Blütenansatzes, einer langen Blühperiode und guten Wetters überhaupt keinen Honig. Sowas habe ich in 15 Jahren Imkerei noch nicht erlebt. Glücklicherweise hatten wir die Bienenvölker auf viele verschiedene Standorte verteilt, sodass wir im Gegensatz zu vielen Berufskollegen noch eine einigermaßen befriedigende Ernte erzielen konnten.
Danach wurde es schlimmer: im Buchweizen gab es trotz gut entwickelter Pflanzenbestände keine Ernte, Getreidefelder in denen fast mehr Kornblumen als Getreidepflanzen standen und die tiefblau waren brachten teilweise keinen Honig, und die Sonnenblume hat komplett versagt.
Da ruhten unsere Hoffnungen auf der Linde, die immer sehr zuverlässig honigt, also Nektar absondert. Doch auch hier war die Ernte leider an einigen Standorten sehr unterdurchschnittlich.
Für alle diese schlechten oder komplett ausgefallenen Ernten in diesem Jahr sehe ich vor allem einen Grund: fehlendes Wasser. Ich sehe es hier an jedem See, an dem der Strand meterweit zurückgewichen ist.
Der Nektar, den die Bienen zu Honig veredeln, besteht nun mal überwiegend aus Wasser. Und wenn die Pflanzen aufgrund ausbleibender Niederschläge und sinkenden Grundwasserständen nicht ausreichend mit Wasser versorgt sind wird weniger Nektar abgesondert.
Für mich hat sich in dieser Saison ganz klar gezeigt wie sich der Klimawandel auf die Imkerei auswirkt, und das Ergebnis gibt leider Anlass zu großer Sorge.
Nachdem wir in den letzten Jahren die Preise stabil halten konnten bitten wir um Verständnis, dass wir nun bei einigen Sorten die Preise angehoben haben.
Nun konzentrieren wir uns darauf, die Bienen stark durch den Winter zu bringen. Auch erledigen wir die Arbeiten die im Sommer, als wir voll und ganz auf die Honigerzeugung konzentriert waren, liegengeblieben sind.
Und nicht zuletzt gilt es zu überlegen wie die Imkerei in Zukunft unter veränderten Bedingungen erfolgreich weitergeführt werden kann.
Wir hoffen, Ihnen mit unseren Honigen weiterhin die ein- oder andere geschmackliche Freude bereiten zu können.
Herzliche Grüße

 

Fabian Lahres & Team